Wörterwelten. Autorenpatenschaften II – Literatur lesen und schreiben mit Autor*innen.

Bonhoeffers Papiertheater in Friedrichsbrunn                    

Bettina Fügemann   

 
Die Geschwister Bonhoeffer

Papiertheater
Zu den vergessenen Spielsachen der Familie Bonhoeffer in ihrem Ferienhaus in Friedrichsbrunn gehören auch zwei Papiertheater, mit denen die Kinder an Winter- oder Regentagen gespielt haben.
Das eine ist ein historisches Theater und könnte aus dem 19. Jahrhundert stammen. Das andere ist selbst gebastelt, dazu ist eine Geschichte von den Bonhoeffer-Kindern geschrieben, entwickelt und aufgeführt.

Papiertheater selbst gemacht
Nachdem ich von diesen Papiertheatern erfuhr, ließ mich das Thema nicht mehr los. Ich besuchte den damaligen Besitzer des Bonhoefferhauses in Friedrichsbrunn und sah mir die Papiertheater an. Bedauerlicherweise ist mir nicht bekannt, ob diese Theater noch existieren. Vielleicht werden sie bei der Familie Bonhoeffer oder bei der Familie des verstorbenen ehemaligen Besitzers aufbewahrt. 
Nun wollte ich selbst Papiertheater machen und so wurde ein Papiertheater gebaut, das dem Ballenstedter Schlosstheater glich.
Ich blätterte in den Chroniken Ballenstedts und fand die Familie von Kügelgen, die seit 1833 in Ballenstedt lebte. Wilhelm von Kügelgen (1802-1867) war Kammerherr und Hofmaler beim Herzog von Anhalt-Bernburg und schrieb eifrig Tagebuch, dessen Erinnerungen ich als Grundlage nutzen konnte.

 

Geschichte des Papiertheaters
Bereits Ende des 18. Jahrhunderts wurden Papiertheater hergestellt. Innerhalb einer kurzen Zeit entwickelte es sich zu einer eigenständigen Ausdrucksform und verbreitete sich in ganz Europa. Das erste komplette Papiertheaterstück mit Dekorationen, Figuren und Text erschien 1811 in England. Zehn Jahre später wurden die ersten Theaterbogen in Deutschland herausgegeben.

Projekt-Idee
Kinder und Jugendliche einer Schule sollen sich behutsam der Familie Bonhoeffer annähern. Dabei sollen die Teilnehmer mehr über die Familie Bonhoeffer erfahren. In einer Schreibwerkstatt sollen Texte entstehen, die im Ferienhaus der Familie Bonhoeffer in Friedrichsbrunn oder auch im Wohnhaus der Familie in Berlin spielen. Vorort können sich die Teilnehmer*innen mit der Ausstellung im Bonhoeffer-Haus vertraut machen und den Ort erkunden.

Inhalt:
Neben den Kindern Karl Friedrich, Walter, Klaus, Ursula, Christine, Dietrich, Sabine und Susanne kommen auch die Eltern Paula und Karl Ludwig sowie die Großmutter Julie Bonhoeffer zu Wort.
Die Teilnehmer*innen werden in ihrer Kreativität unterstützt und begeben sich auf eine Entdeckungsreise in die Welt der Familie, die mit der Zeit des beginnenden
20. Jahrhunderts und des Nationalsozialismus verknüpft ist. Zur Inspiration dienen die Erinnerungen der Bonhoeffer-Kinder, aber auch erdachte Geschichten.  

Das Projekt Bonhoeffers Papiertheater in Friedrichsbrunn trägt zur Lese- und Literaturförderung, der jugendkulturellen Bildung sowie der literarischen Nachwuchsarbeit bei.

Projektform:  Ganztagsbetreuung/AG  an der Schule

Zielgruppe: Kinder und Jugendliche

Teilnehmende:  10 – 12 Schüler*innen

Kooperationspartner:
Stadt Thale OT Friedrichsbrunn
Träger und Förderverein „Bonhoeffer-Haus Friedrichsbrunn“ e.V.
Gutsmuths-Gymnasium Quedlinburg
Kirchengemeinde: Bonhoeffer-Kirche Friedrichsbrunn
Kirchspiel Thale: Bad Suderode-Friedrichsbrunn
Akzenteverein für Kultur, Jugend und Soziales Ballenstedt e.V.
Hochschule Harz Wernigerode (Fachbereich Automatisierungstechnik/Digitale Medien)

Bühnenbild/Figuren
Neben der Textarbeit soll das vorhandene Papiertheater genutzt werden. Jedoch müssen die handelnden Personen ausgewählt, neu erfunden und geschaffen werden. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Gemeinsam mit den jungen Autorinnen und Autoren werden in Zusammenarbeit mit der Werkstattleiterin Kulissen entworfen. Ein Bühnenbildner (Künstler, Lehrer, Erzieher, ggf. Gemeindepädagoge) unterstützt das Projekt und ist als Ausstatter auch für die Papierfiguren mit den Kostümen zuständig.

Aufführungen
Als Höhepunkt wird die Schreibwerkstatt ihre Arbeit vorstellen. Das Papiertheater kann mit seinen Figuren gut transportiert werden. Somit kann das Stück neben dem Bonhoeffer-Haus in Friedrichsbrunn auch in Kirchgemeinden, Schulen und Bibliotheken vorgestellt werden.
Die Proben und Aufführungen sollen filmisch von der Hochschule Harz begleitet werden.

Projektzeitraum
2022

Kosten 
keine

Mitwirkende Fachbereiche der Schule
Deutsch

Altersgruppe
7. – 10. Klasse

Öffentlichkeitsarbeit
Das Projekt ist so angelegt, dass die Öffentlichkeit im Landkreis Harz an der Entwicklung des Projektes teilhaben soll. So werden wir uns an die Regionalpresse, Radio Sachsen-Anhalt, Radio SAW und den Offene Kanal Wernigerode u.a. wenden.

Recherche/Auswahl
Ausstellung des Träger und Fördervereins „Bonhoeffer-Haus Friedrichsbrunn“ e.V. im Bonhoeffer-Haus in Friedrichsbrunn,
Eberhard Bethge, Bonhoeffer 1986,
Sabine Leibholz-Bonhoeffer, Vergangen erlebt überwunden 1983,
Sabine Leibholz-Bonhoeffer, Weihnachten im Haus Bonhoeffer 1991,
Jutta Koslowski, Aus dem Leben der Familie Bonhoeffer 2018,
Bonhoeffer-Archive. 

Autorin
Bettina Fügemann
Robert-Koch-Str. 5
06493 Ballenstedt
Deutschland
Mitglied Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS)
http://bettina-fuegemann.de
www.fbk-lsa.de
www.schriftsteller-foerderverein.de
www.literatur-lsa.de
E-Mail: vereinakzente@gmx.de;
Mobil: 0162 9126188

Audioprojekt:

Der get/heilte Himmel (nach Christa Wolf)
Parallelen und Kontraste – Frauenleben in Ost und West

Was ist das Geheimnis der Ostfrauen?
Was zeichnet die Westfrauen aus? 

Ist der Himmel über Deutschland immer noch geteilt? Oder ist er längst geheilt? Dieser Frage wollen wir in unserer Audio-Installation nachspüren. In unseren Interviews kommen starke, selbstbewusste und sympathische Frauen zu Wort. Bekannte und Unbekannte. Und es ist eine Freude, ihnen zuzuhören. 
Da sind die Westfrauen: die Familien- und Firmenmanagerin Carolin Jacobs, die Pfarrerin Angela Heimann Trosien. 
Da sind aber auch die Ostfrauen: die Keramikerin und Bürgerrechtlerin Christel Müller und die Handwerksmeisterin Antje Gather und viele andere. 



Die Ballenstedter Vereine Akzente für Kultur, Jugend und Soziales e.V. und der Verein HeimatBewegen e.V. wollen den Unterschieden von west- bzw. ostsozialisierten Frauen auf den Grund gehen. Gibt es sie überhaupt noch nach 30 Jahren Deutsche Einheit?
 Oder überwiegen inzwischen Gemeinsamkeiten? 

An den Erzählungen der Frauen – und wie über sie berichtet wird – ließe sich manche Wiedervereinigungsgeschichte erzählen. 

Nach dem Mauerfall, als Ost und West sich euphorisch begegneten, stellte man Mitte der Neunzigerjahre fest, dass die ostdeutschen Frauen in Heerscharen gen Westen zogen. Sie wurden als mobil, risikobereit und tatkräftig gepriesen. 
Umgekehrt fanden westdeutsche Frauen den Weg in den Osten und sind bis heute geblieben. Sie wiederum wurden zunächst als Exoten bestaunt, bis es nicht mehr wichtig war, aus welcher Himmelsrichtung sie kamen. 

Mit Erstaunen stellte man fest, dass die Ostfrauen die traditionellen Geschlechterverhältnisse in Westdeutschland durcheinanderbrachten und dass gerade Ostfrauen das wiedervereinigte Land mehr als jede andere gesellschaftliche Gruppe verändert haben. 

Und welchen Anteil haben die Westfrauen bei der Entwicklung der neuen Bundesländer? 

Viel Zeit ist seit dem Mauerfall vergangen. Gibt es die Unterschiede immer noch? Oder werden die Unterschiede mehr als die Gemeinsamkeiten betont? 

Was haben die Frauen aus beiden Teilen Deutschlands mit in die Wiedervereinigung gebracht? 


In ihren Leben, egal, wo sie aufgewachsen sind, geht es um Kontinuitäten und Brüche gleichermaßen, um ambivalente Erfahrungen von Glück und Unglück nach dem Mauerfall. Kaum eine Biografie lässt sich ohne diese Widersprüche erzählen. 

Und wenn wir genau hinhören, finden wir uns in den Geschichten dieser Frauen wieder.

Foto: Wolf Stein

UNESCO - WeltKulturErbe

Autorinnen und Autoren des Fördervereins der Schriftsteller e.V. entwickeln gemeinsam mit dem Regisseur Manuel Czerny und dem Koordinator Herbert Beesten Ideen zur Umsetzung des vom Land Sachsen-Anhalt geförderten literarischen Projekt UNESCO – WeltKulturErbe.  
© Hans J. Aubert

Fachtagung der UNESCO-Projektschulen 2019 in Kassel 

Der Einsatz für Demokratie und Freiheit benötigt die Stimme jedes einzelnen Menschen und ermöglicht auf dieser Basis, gemeinsam für die Grundrechte aller Menschen einzustehen. Demokratiebildung ist essentiell, um dies zu fördern und zu erreichen. Hiermit befasst sich das Netzwerk der UNESCO-Projektschulen in Deutschland auf seiner diesjährigen Fachtagung vom 17. bis 20./21. September in Kassel.
© Hessisches Kultusministerium

DemokratICH. Demokratiebildung in einer Welt der Umbrüche 

Das Ziel der Fachtagung, die unter dem Motto „DemokratICH. Demokratiebildung in einer Welt der Umbrüche“ stattfindet, ist es, Impulse und Anstöße für die Demokratiebildung zu erarbeiten und für die Schulen des Netzwerks und ihre Bildungslandschaften fruchtbar zu machen. Die Relevanz hier ist nicht nur vor dem Hintergrund eines wachsenden Populismus und von Verrohungstendenzen der Debatten bis hin zu globalen Hassverbrechen unmittelbar einsichtig. Hier schließt die Fachtagung an die Ziele der SDGs an, zum Beispiel um Frieden, Gerechtigkeit und demokratische Institutionen zu fördern (#SDG 16). Der Einsatz für Demokratie und Freiheit benötigt die Stimme jedes einzelnen Menschen und ermöglicht, gemeinsam für die Grundrechte aller Menschen einzustehen. Die Spannung zwischen Individuum und Gruppe drückt sich auch im von hessischen UNESCO-Projektschulen entwickelten Slogan („DemokratICH“) und im Logo der Fachtagung („#WirSindDemokratie“) aus.
© M. Klein / Team UPS Hessen

Zugleich nimmt die Fachtagung der UNESCO-Projektschulen sehr bewusst die historisch-politische Signatur des Jahres 2019 in Deutschland auf, indem der 70. Geburtstag des Grundgesetzes wie auch der 30. Jahrestag der Friedlichen Revolution in der DDR mit dem Fall der Mauer im November 1989 zum Gegenstand der Eröffnung und einzelner Workshops der Fachtagung gemacht werden.
Die Tagung wird von der Deutschen UNESCO-Kommission und dem Hessischen Kultusministerium in Kooperation mit dem Landesnetzwerk der UNESCO-Projektschulen Hessens und der Universität Kassel organisiert.
Workshop 12: Widerstand und Demokratie – Beispiele aus der Geschichte des 20. Jahrhunderts

Möglichkeiten und Grenzen zum Widerstand in einem totalitären Staat sollen am Beispiel der beiden deutschen Diktaturen im 20. Jahrhundert mit Blick auf einzelne Biographien konkret verdeutlicht werden. Hierzu sollen ein Zeitzeugengespräch mit einer Akteurin der Friedlichen Revolution des Jahres 1989 in der DDR und eine Führung und Archivarbeit an der historischen Stätte in Imshausen stattfinden. Im Rahmen des Workshops wird dabei auch über die einzelnen Beispiele hinaus, das Phänomen des Widerstands gegen den Nationalsozialismus wie auch der Friedlichen Revolution in der DDR in den Blick genommen.
Ausgehend von diesen historischen Beispielen und Erkenntnissen soll die Frage nach der Bedeutung und Möglichkeit von Protest und Widerstand auch in unserer Gegenwart gemeinsam diskutiert werden.
Exkursion an außerschulischen Lernort
Stiftung Adam von Trott, Imshausen e.V., 1986 errichtet zum Gedenken an den NS-Widerstandskämpfer Adam von Trott zu Solz, bietet einen Ort für Dialog und Reflexion.

Referentinnen und Referenten
Bettina Fügemann (Schriftstellerin und Runder Tisch Ballenstedt, ehemalige DDR), Ute Jansen (Bildungsreferentin der Stiftung Adam von Trott, Imshausen e.V.), Andreas Winterhalder (UNESCO-Schulkoordinator der Heinrich-Böll-Schule Rodgau)
Workshopverantwortlicher
Andreas Winterhalder (Team der hessischen UNESCO-Projektschulen)